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Ausstattung
Das wichtigste Ausstattungsstück jeder Kirche ist der Altar.
Der trinitarische Gedanke spielt im 18. Jh. eine bedeutende Rolle und so ist auch dieser Altar Darstellung der Dreifaltigkeit: im Auszug (fast immer zeigt der Barockaltar hier den Himmel als Wohnung Gottes) Gott Vater, im Gnadenbild Gott Sohn auf dem Arm seiner Mutter, darüber der Heilige Geist. Ganz oben das Doppelwappen von Kloster Wessobrunn und von Abt Joseph. Der in Mensa, Retabel und Auszug gegliederte Hochaltar ist aus Holz, überzogen mit kostbarem und farbig fein abgestimmtem Stuckmarmor, während Kapitelle, Basen und Zierleisten vergoldet sind.
Dem Betrachter der Heuwinkl-Madonna kommt ein Wort des hl. Bernhard von Clairvaux in den Sinn: "Gewiß, Maria ist Königin. Aber zuerst ehren wir sie als Mutter." In dem Gnadenbild der Wallfahrtskapelle begegnet uns die Mutter Gottes als Schutzmantelmadonna. Sie erinnert daran, daß früher königliche Frauen das Privileg hatten, Bedrohten und Verfolgten unter ihrem schützenden Mantel Asyl zu gewähren. Die beiden Skulpturen an der Chorwand (seitlich des Hauptaltars) sind Bildhauerarbeiten eines unbekannten Meisters. Sie stellen Joachim und Joseph dar. Ersterer ist nach alter Überlieferung (seit 150 n. Chr.) Ehemann der hl. Anna und Vater Mariens. In einem Körbchen bringt er zwei Tauben als Opfergabe zum Tempel. Von Josef bekunden die Evangelisten, daß er aus dem Geschlecht des Königshauses David stamme; durch die gesetzliche Verlobung mit Maria war er "ihr Mann". Die Braut blieb aber bis zur "Heimführung" in ihrem Elternhaus. Josef mußte es zutiefst verletzen, daß seine Frau ein Kind erwartete, "noch bevor sie zusammengekommen waren" (Mt 1,19). Dennoch wollte er sie nicht bloßstellen. Seine "Gerechtigkeit" zeigt sich in Takt und Nachsicht. Im Traum - für die Bibel eine besondere Form göttlicher Offenbarung - erfährt er die Wahrheit über das Kind. Josef nimmt Maria als seine Frau zu sich und übernimmt die Aufgabe des gesetzlichen Vaters Jesu. Durch die im Gehorsam vollzogene Adoption wird Jesus, "geboren aus der Jungfrau Maria", in den Stammbaum des Königshauses David integriert: er ist der verheißene Davidssohn.
Auch die übrigen Heiligen des Altars, Figuren von mäßiger Qualität, sind als Patrone und Fürbitter in bäuerlichen Anliegen zu sehen: rechts von St. Leonhard der hl. Magnus von Füssen, Patron gegen Mäuseplage; links der hl. Ignatius, Patron in Krankheitsfällen, vor allem aber Patron des geistlichen Lebens - ein schöner Gedanke für die Seelsorge auf dem Land. Auf dem Gebälk die Wasserpatrone St. Florian (rechts) und der im 18. Jh. viel verehrte St. Johann Nepomuk; im Auszug der hl. Papst Urban (Traube und Buch als Attribute), Patron gegen Frostgefahr im Frühling. Den Altar bekrönt das flammende Herz, Symbol der Liebe und des Erbarmens, aus dem eine Blume sprießt als Zeichen der gewährten Hilfe. Dem Seitenaltar gegenüber ist eine kleine, sehr elegante Empore über der Sakristei angebracht. Sie ist einerseits als Kanzel verwendbar; aber auch als Pendant zum Seitenaltar gedacht, ein Meisterwerk des Wessobrunner Stukkateurs Franz Edmund Doll (1744-1824). Fein modulierte Putten weisen auf Kreuz, Anker und Herz als Symbole für Glaube, Hoffnung und Liebe. Die Apostelkreuze in der Kirche bezeichnen die Stellen an der Wand, die der Bischof gesalbt hat, wobei er bei der Weihe erinnerte: "Zu Gottes Ehre wurde das Haus errichtet, gebaut auf dem Fundament der Apostel aus lebendigen Steinen." Die Leuchter stammen von einem Iffeldorfer Meister, der sie nach einer alten Vorlage geschmiedet und gestiftet hat, ebenso wie das Kreuz auf dem Dachreiter der Vorhalle und die Halterung der Ewiglicht-Ampel. Die Brüstung der Orgelempore ist in der Farbgebung schlicht und unauffällig gehalten. Das Gehäuse der 1980 aufgestellten Orgel bedarf noch der Fertigstellung. Das Gestühl aus der Zeit der Altäre wurde bei der letzten Restaurierung auf jeder Seite um eine Bankreihe erweitert. Ein ortsansässiger Akademiestudent hat die Eichenwangen originalgetreu nachgeschnitzt. Die Kreuzwegstationen sind von einem unbekannten Meister auf Leinwand gemalt.
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