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Geschichte
Der
Kirchenbau
Die
Ausstattung
Gottesdienste
Bilder
St
Vitus
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Ausstattung
Kostbare Stukkaturen (Akanthusblätter,
Früchte, Girlanden, Perlstäbe, stilisierte Figuren), farblich gut
abgestimmt, schmücken die pyramidenartige Kuppel.
In ihr befinden sich vier von Blattornamenten eingerahmte Bilder . Daß
sie aus der Werkstätte des Münchner Hofmalers Nikolaus Prugger
stammen, wie angenommen wurde, ist eher unwahrscheinlich. Die Gemälde
zeigen Szenen aus dem Alten Testament. Die Bibelwissenschaft sieht in
den vier Frauengestalten nicht immer historische Persönlichkeiten,
sondern spricht z. B. bei Judit von einer Symbolfigur; in die der
Verfasser des gleichnamigen Buches seine Lehrabsicht gekleidet hat.
Jedenfalls haben sich die Frauen JUDIT, DEBORA und ESTER ganz in den
Dienst Gottes gestellt. Sie galten schon den Kirchvätern als Vorbilder
für Maria. Wenn es im Magnifikat, dem Lobgesang Mariens, heißt:
"Der Mächtige hat Großes an mir getan", so können diese
Frauen von sich sagen: JAHWE rettet sein Volk aus großen Gefahren und
bedient sich ,,schwacher" Frauen als Werkzeug.
Die junge Witwe JUDIT (mit dem Beinamen
PROTECTRIX - BESCHÜTZERIN) tadelt unter Hinweis auf das
bisherigeEingreifen Jahwes den Mangel an Glauben und Gottvertrauen des
Volkes. In der fast aussichtslosen Notlage seines Kampfes gegen die Großmacht
Assur sieht sie eine Prüfung Gottes, in der es gilt, sich zu bewähren.
Von einer Dienerin begleitet, begibt sich Judit ins feindliche Lager und
erhält dank ihrer Schönheit Zutritt zum Feldherrn. Am vierten Tag wird
sie zum Gastmahl des Hofes geladen, der dabei eine eindeutige Absicht
verfolgt, aber vom Wein übermannt in tiefen Schlaf fällt. Judit schlägt
dem Heerführer mit einen Schwert den Kopf ab. . Heimgekehrt zu ihren
Landsleuten , jubeln ihr alle zu; in einem Dank- und Siegeslied aber
bekennt Judith:Nicht ich, sondern Gott hat Israel aus der Gewalt seiner
Feinde befreit. Jahwe, der sich selbst stets treu bleibt, belohnt das
Vertrauen mit Treue zu seinem Volk. Mit Recht wird Judit - wie in der
Liturgie Maria - "Beschützerin des Volkes" und ,"Mutter
der Glaubenden" genannt. An bestimmten Marientagen ist als Lesung
das Siegeslied der Judit vorgesehen, und nicht zuletzt wurde das
Magnifikat durch Judits Danklied beeinflußt.
Bild gegenüber mit dem Titel
PATRONA - SCHUTZFRAU zeigt die Königin ESTER. Ihre Geschichte hat einen
historischen Kern. Sie stammt aus vornehmen jüdischen Familie. Ihrer
Anmut wegen wurde sie bald in den königlichen Harem geholt und schließlich
von Artaxerxes zur Königin gekrönt. Als der einflußreiche Haman die
Vernichtung aller Juden im Perserreich plante, wurde Ester zur Fürbitterin
ihres Volkes. Obwohl sie mit der Todesstrafe rechnen mußte, wagt sie
sich unangemeldet in die "Höhle des Löwen" und bewies dabei
ebensoviel Mut wie Klugheit. Der Herrscher erfuhr hierbei zum ersten Mal
von der jüdischen Herkunft und Religion seiner Frau. Der Gott Israels
aber stimmte das Herz des Königs gnädig und veranlaßte ihn, den
Vernichtungsplan des Haman außer Kraft zu setzen. So wurde Ester zur
Schutzherrin ihres Volkes, während Maria Patronin der ganzen Kirche
ist. Seit Jahrhunderten sprechen wir das uralte Gebet:
"Unter deinen Schutz und Schirm
fliehen wir, heilige Gottesmutter."
Auch das Bild über dem Hochaltar
erinnert an eine Frau des Alten Testaments, die durch ihren Einfluß als
Mutter auf Maria hinweist. Dargestellt ist der weise König Salomo und
seine MUTTER - MATER - BATSEBA. David hatte mit Batseba Ehebruch
begangen und sogar ihren Mann Uria im Krieg sterben lassen. Gottes
Strafe bleibt nicht aus. Das Kind, das aus dieser Verbindung geboren
wird, stirbt. David aber tut Buße, und Gott schenkt dem Paar ein
weiteres Kind: Salomo. Er wird ein großer König in Israel. Batseba,
seine Mutter, hilft allen Bedürftigen durch ihre Fürbitte beim königlichen
Sohn, so wie später in viel erhabenerer Weise Maria als Mutter bei
ihrem göttlichen Sohn Fürsprache einlegen wird. Darüber hinaus ist
das Bild ein Lobpreis auf die Mutterwürde, eine Aufforderung, seine
Mutter zu ehren und auf sie zu hören.
Das Gemälde nahe der Orgelempore hat die
Überschrift ADVOCATA- ANWÄLTIN. Gemeint ist die ob ihrer unbestrittenen
Autorität und charismatischen Begabung ins Richteramt berufene DEBORA.
Sie wirkte als eine Art "Friedensrichterin". Die Männer
glaubten ihr, weil sie von Gottes Geist erfüllt war. Jahwe benützte
die "Prophetin" als Werkzeug gegen den mächtigen König Jabin,
der die zwölf Stämme Israels seit zwanzig Jahren tyrannisierte. Auf
dem Bild erklärt Debora dem von Angst und Zweifel geplagten Feldherrn
Barak,daß sie selbst mit ihm in den Kampf ziehen werde. Mit
prophetischer Gewißheit bestimmte sie auch Ort und Zeit des Angriffes
und überzeugte Barak, daß Jahwe den Sieg herbeiführen werde. Ihre
Voraussage erfüllte sich. Das Volk wußte jedoch, daß Debora nur das
Instrument der Rettermacht Gottes gewesen ist. Ihm gilt daher der
Lobpreis aller in Israel. Die Kirche sieht in den Tugenden Deboras ein
Vorbild für Maria, die wir heute noch anrufen: "Du Mutter des
guten Rates - Du Spiegel der Gerechtigkeit".
Ein solches Bildprogramm ist
charakteristisch für die Barockzeit; tatsächlich macht es einen
Schwerpunkt der barocken Kirchenzier aus. Wie sinnvoll sind diese vier
Leitbilder aus dem Alten Testament für die Verkündigung, wie aussagekräftig
ihr Hinweis auf Maria, wie pädagogisch klug das Herausstellen der
Tugenden dieser Frauen: ihre Treue, ihr Mut, ihr Gottvertrauen, ihr Sinn
für Gerechtigkeit und ihre Hilfsbereitschaft. All die erwähnten
Tugenden gelten nicht nur für Maria, sondern für jeden Christen.
Schließlich sind es eindrucksvolle, ja spannende Geschichten aus der in
der Bildersprache der Barockzeit allgegenwärtigen Bibel, die hier dem
Betrachter vorgestellt werden.
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